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29. April 2026

Acht Kontoauszüge und eine Hypothekenfrist

Wie Nadia das Passwort von acht Kontoauszügen entfernte und ihren Hypothekenantrag noch vor der 17-Uhr-Frist des Kreditgebers einreichte – alles direkt in ihrem Browser.

Dienstag, 14:14 Uhr. Nadias Hypothekenmaklerin hatte um 9 Uhr morgens gemailt: Der Kreditgeber wollte ihre letzten acht Monatsauszüge als eine einzige kombinierte PDF-Datei ins Antragsportal hochgeladen haben, und zwar noch heute bis 17 Uhr. Die acht Auszüge lagen schon auf ihrem Schreibtisch, ordentlich benannt. Sie waren außerdem, jeder Einzelne, passwortgeschützt.

Das Portal nahm keine gesperrten Dateien an

Das Portal des Kreditgebers hatte eine Aufgabe und nahm sie ernst. Sie versuchte, das erste PDF hochzuladen. Abgelehnt. Sie versuchte, alle acht zusammen zu zippen. Abgelehnt. Sie öffnete die Vorschau, wählte „Als PDF drucken" bei einer „sauberen" Kopie, und die neue Datei verlangte immer noch ihr Passwort, sobald sie sie anklickte. Offenbar entfernt macOS die Verschlüsselung nicht, wenn man ein gesperrtes PDF neu druckt – etwas, das sie erst durch Ausprobieren herausfand.

Das Passwort selbst war einfach, die letzten vier Ziffern ihrer alten Kontonummer, und ihre Bank verwendete es für jeden Auszug wieder. Das war gut. Es achtmal in acht kaputte Als-PDF-drucken-Dialoge zu tippen und dann zu merken, dass keines der Ergebnisse wirklich entsperrt war, war weniger gut. Sie blickte hoch zur Menüleiste. 14:47 Uhr.

Eine Suche, die dreißig Sekunden dauerte

Sie wechselte zu ihrem Handy, teils um den IT-Proxy ihres Arbeitslaptops zu umgehen, teils weil sie darauf schneller tippen konnte. „Passwort aus PDF entfernen online kostenlos." MyTools war das erste Ergebnis, das keine Anzeige war. Sie klickte darauf.

Was ihr gefiel, noch bevor sie überhaupt etwas hochgeladen hatte, war die Zeile auf der Seite, dass ihre Dateien und ihr Passwort niemals ihren Browser verlassen würden. Bankunterlagen lädt man nicht einfach mal eben auf den Server eines Fremden. Sie las das zweimal.

Ein Passwort, acht Dateien

Sie zog alle acht Auszüge per Drag-and-Drop auf einmal auf die Seite. Jeder bekam seine eigene Zeile mit einem eigenen Passwortfeld, das sie ignorierte, denn oben gab es einen Schalter: „Für alle dasselbe Passwort verwenden." Sie legte ihn um, gab ihre vier Ziffern einmal ein und drückte auf Entsperren. Der Fortschritt war in etwa sechs Sekunden fertig. Acht saubere PDFs landeten in ihrem Downloads-Ordner, benannt genau wie die Originale, nur mit dem Zusatz -unlocked.

Sie war sich nicht sicher, warum einer der Auszüge einen leicht anderen Blauton in der Kopfzeile hatte, aber das war das Original, nicht die entsperrte Kopie, also hörte sie auf, sich zu wundern.

Um sie zu dem einen kombinierten PDF zu bündeln, das der Kreditgeber wollte, öffnete sie das PDF-Zusammenführungs-Tool, zog die acht entsperrten Dateien in chronologischer Reihenfolge hinein und lud das Ergebnis herunter. Es kam auf 4,7 MB.

Eingereicht um 16:41 Uhr

Das Portal nahm die zusammengeführte Datei beim ersten Versuch an. Bestätigungs-E-Mail um 16:43 Uhr. Ihre Maklerin schrieb ihr um 16:50 Uhr über WhatsApp mit einem Daumen-hoch und einem grünen Haken. Auf ihrem Handy stand 16:53 Uhr, als sie sich vom Schreibtisch zurücklehnte.

Das kombinierte PDF war sauber: derselbe Inhalt wie in den Originalen, dieselben Schriftarten, dieselben gescannten Unterschriften, nur ohne die Passwortschicht, die die Bank um jeden einzelnen Auszug gelegt hatte. Öffnete es jemand beim Kreditgeber, sah er genau das, was ihre Bank ihr geschickt hatte.

Nichts installiert, nichts hochgeladen

Der Grund, warum sie es wieder benutzen würde, war nicht, dass es kostenlos war, obwohl es das war. Es war, dass sie kein Adobe Acrobat auf ihrem Arbeitslaptop installieren musste, keine sensiblen Finanz-PDFs an irgendeinen fremden Server schicken musste und ihrem IT-Team keine „Könnt ihr diese Seite freischalten?"-Anfrage mailen musste, die drei Tage gedauert hätte. Das Entsperren lief auf ihrem eigenen Rechner. Das Passwort, das sie eintippte, ging nirgendwohin.

Ihr gefiel auch, dass ihre Originale unangetastet blieben. Sollte der Kreditgeber je einen Nachweis über die Verschlüsselung der Bank verlangen, hatte sie immer noch die gesperrten Versionen, genau so, wie die Bank sie geschickt hatte. Und falls einer der entsperrten Auszüge über der Dateigrößengrenze des Portals gelegen hätte, wusste sie, dass es auf derselben Seite einen PDF-Komprimierer gab, durch den sie ihn als Nächstes hätte laufen lassen können.

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