Der Mietantrag, den die Agentur bis heute Abend braucht
Du hast gerade die Wohnung besichtigt, der Vermieter mochte dich, und die Agentur hat einen Mietantrag als PDF-Anhang geschickt. Es ist eines dieser gescannten, papierartig aussehenden Formulare mit Kästchen für deinen Namen, dein Geburtsdatum, deinen Arbeitgeber und einer großen leeren Linie für deine Unterschrift. Sie wollen es heute Abend zurück.
Du besitzt keinen Drucker. Der nächste Copyshop hat um sechs geschlossen. Das der Agentur zu erklären fühlt sich an wie der schlechtestmögliche Start in ein Mietverhältnis.
Du öffnest den PDF-Formularausfüller, legst die Datei hinein und klickst auf jedes Feld: Name, Geburtstag, Telefon, Arbeitgeber. Häkchen ins Kästchen „den Bedingungen zugestimmt“. Deine Unterschrift, mit dem Trackpad gezeichnet, auf die Linie unten. Zehn Minuten später ist das ausgefüllte PDF auf dem Weg zurück zur Agentur. Du machst weiter mit dem Abendessen.
Das Schulanmeldeformular vor der Frist
Die neue Schule deines Kindes hat ein dickes Paket PDFs geschickt, das bis Freitag zurück muss. Notfallkontakte, medizinische Einwilligung, Fotofreigabe, Essensplan. Jedes Formular hat Platz für Daten und Unterschriften, und die Schule hat sie eindeutig zum Drucken entworfen.
Früher hast du solche Formulare erledigt, indem du sie ausgedruckt, am Küchentisch ausgefüllt und zum Scanner eines Nachbarn gebracht hast. Diesmal nicht. Nicht mit Freitag im Nacken.
Du öffnest jedes PDF nacheinander, gibst die Daten ein, kreuzt die Kästchen an, setzt das heutige Datum, unterschreibst unten, lädst herunter. Bis der Kaffee kalt geworden ist, liegt das ganze Paket wieder im Posteingang der Schulsekretärin, eine Woche vor der Frist.
Der Freelance-Vertrag im Zug
Ein Kunde hat dir gerade einen Freelance-Vertrag gemailt — ein gescanntes, unsigniertes PDF — und du bist in einem Zug mit zwei Stunden Empfang, bevor das WLAN durch einen Tunnel abbricht. Sie brauchen ihn unterschrieben, bevor du ankommst, damit sie dich gleich morgen früh onboarden können.
Du öffnest den PDF-Formularausfüller auf deinem Handy, wählst die Datei aus deinen Downloads, tippst deinen Namen und dein Geburtsdatum und unterschreibst mit dem Daumen auf dem Touchscreen. Die Unterschrift wird etwas wackelig, aber sie ist unverkennbar deine. Du lädst das flachgelegte PDF direkt zurück in deine E-Mail-App und leitest es an den Kunden weiter.
Als der Zug einfährt, ist der Vertrag unterschrieben, der Kunde hat mit einer Willkommensnachricht geantwortet, und du bist schon dazu übergegangen, ein Buch zu lesen.